Und es gibt sie doch: Immer öfter schweben scheinbar schwerelos unbekannte Flugobjekte durch die Luft. Es gibt sie in verschiedensten Formen, Größen und Farben, manchmal sind sie nur vereinzelt zu sehen, manchmal treten sie in Rudeln auf. Ob Schmetterlinge, Flieger oder Segel, ja selbst Teddybären scheinen sich der Schwerkraft zu widersetzen. Drachen und Kites liegen voll im Trend.
Arten von Kites und Drachen
Neben verschiedensten Mustern, Formen und Motiven gibt es auch unterschiedliche Bauweisen von Kites. Man unterscheidet zwischen:
- einleinigen Drachen
- mehrleinigen Drachen und
- Mattendrachen.
Einleinige Drachen – Der Klassiker
Einleinige Drachen sind vielen bestimmt aus ihrer Kindheit bekannt. Sie sind die Grundform des Drachens und können nur schwer gelenkt werden, d.h. der Lenker hat nur einen geringen Einfluss auf das Flugverhalten des Drachens. Die bekannteste Form von einleinigen Drachen ist die des Deltoits, mit einer Mittel- und einer Querstrebe. Daneben gibt es aber noch weitere Formen, wie z.B.:
- Kampfdrachen
- Kastendrachen
- Gleitdrachen
- Markonis
- Cody Warkites
- Saul’s Barrage Drachen
Mehrleinige Kites für den höheren Anspruch
Wem das Zuschauen des Drachens beim Fliegen zu wenig ist, und wer auf die Flugrichtung Einfluss nehmen und Manöver wagen möchte, wird viel Spaß mit einem mehrleinigen Kites haben. Sie haben mindestens zwei Leinen und sind dadurch lenkbar. Anders als beim einleinigen Drachen sind die Lenkleinen nicht in der Mitte, sondern an den Enden des Kites angebracht. Indem der Lenker durch das abwechselnde Ziehen an den Leinen den Winkel zum Wind verändert, kann er den Drachen in verschiedene Richtungen lenken. Mit viel Übung kann man mit solchen Lenkdrachen sogar Kunststücke wie Loopings machen.
Mattendrachen für die Profis
Mattendrachen sind eher unter dem Begriff Lenkmatte oder Softkite bekannt. Im Gegensatz zu Leinendrachen kommen sie ohne Gestänge aus. Stattdessen sorgen Luftkammern bzw. Stege für die notwendige Stabilität.
Die einfachste Form von Mattendrachen sind zweileinige Lenkmatten, deren Luftkammern erst durch den Wind bzw. beim Steigenlassen gefüllt werden.
Zugdrachen sind eine erweiterte Form. Sie besitzen vier Leinen, die Luftkammern können bei vielen Modellen mittels Luftpumpe gefüllt werden. Mit den vorderen Leinen kann die Flugrichtung des Kites bestimmt werden. Mit den hinteren Leinen wird das Tempo reguliert und der Schirm kann kontrolliert gelandet werden. In Form von Tubekites werden Zugdrachen beim Kitesurfen verwendet, wobei gilt: Je größer der Schirm, umso stärker die Zugkraft.
Die Bestandteile eines Drachen
Ein Drachen besteht aus folgenden Elementen:
- Dem Gestänge
- der Bespannung
- einer Waage
- einer oder mehreren Leinen sowie in manchen Fällen
- einem Schwanz
Das Gestänge besteht aus leichtem Material, wie z.B. Kunststoff, Aluminium oder Holz. Oftmals werden für einen verbesserten Auftrieb auch Kunststoffschläuche verwendet.
Für die Bespannung werden Papier oder Papierstoff, Segeltuch, Baumwollstoffe oder für robustere Modelle auch Folien und Stoffe aus Polyester und Nylon verwendet.
Die Waage ist die Verbindung zwischen dem Kite und den Leinen. Über die Drachenwaage wird der Anstellwinkel zum Wind reguliert.
Die Leinen bestehen aus Kunststoff und werden bei einleinigen Drachen auf eine sogenannte Haspel aufgewickelt. Zweileinige Leinen werden um Spulen oder Griffe gewickelt. Bei einem mehrleinigen Kite sind die Leinen an einer Lenkstange bzw. einer sogenannten Bar befestigt. Da sie eine enorme Zugkraft entwickeln können ist es nicht unüblich, dass der Lenker den Drachen an ein Trapez anhängt, das er wie einen Klettergurt am Körper trägt.
Vor allem klassische Drachen bzw. Drachen für Kinder haben oftmals auch einen Schwanz, der aus bunten Bändern oder zusätzlichen kleinen Windsäcken besteht.
Wer hat’s erfunden?
Kites stammen ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Funde belegen, dass es bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. Drachen gab, wahrscheinlich zierten sie aber bereits früher den Himmel. Die ersten Drachen bestanden aus Bambusstäben und teurer Seide, weshalb sie sich nur langsam verbreiteten. Drachen galten bzw. gelten als Glückssymbol, mit den Drachen sollten auch die Sorgen und Ängste davonfliegen.
Erst im 16. Jahrhundert wurden Drachen durch Seeleute in Europa bekannt. Ab dem 18. Jahrhundert waren sie ein beliebtes Kinderspielzeug. Seit einigen Jahrzehnten erobern auch Menschen mithilfe von Drachenfliegern die Lüfte, und in neuester Zeit lassen sie sich von Kites über Skipisten und Gewässer ziehen.
Drachensteigen für Jung und Alt
Dank ausgeklügelter Bauformen und Technologien müssen Fans des Drachensteigens nicht erst auf einen stürmischen Herbsttag warten. Es reicht bereits eine leichte Brise, damit sich die Kites in die Lüfte erheben. Außerdem kann das Drachensteigen durch Lenkdrachen auch sehr anspruchsvoll sein, weshalb es längst nicht nur ein Kinderspiel ist.